Dekompressionsoperation ( Undercutting decompression )

 

Die operative Therapie kommt bei den Patienten zum Einsatz, bei denen auch nach einer intensiven konservativen Behandlung keine Beschwerdelinderung bewirkt werden konnte. Neben dem Schmerzausmaß stellen das Auftreten von neurologischen Symptomen wie z.B. Lähmungen eine Operationsindikation dar. Berücksichtigen muss man die noch vorhandene Gehstrecke des Patienten unter Berücksichtigung seines Aktivitätgrades und seiner Begleiterkrankungen. Das Ziel der Operation ist die mono- oder multisegmentale Dekompression des Spinalkanales, das abhängig vom Ausmaß der Erkrankung minimalinvasiv oder mikro-chirurgisch angegangen werden muss. Häufig ist die Rekompensation der klinischen Symptomatik durch konservative Behandlung möglich. Eine günstige Prognose besteht bei der operativen Dekompression. Möglich sind zwei Operationsmethoden:

 

1.     Knöcherne Dekompression durch Entfernung der den Spinalkanal einengenden Strukturen, wobei aus heutiger Sicht die sogenannten undercutting decompression Operation zu einer wirksamen Entlastung unter Erhalt der Stabilität der Wirbelsäule führt. Dies Operationstechnik ist problemlos auch mehrsegmental einsetzbar. Wirbelbogenentfernungen (Laminektomien) oder die Resektionen halbseitiger Wirbelbögen (Hemilaminektomien) sind aus heutiger Sicht keine geeigneten Verfahren, da sie eine segmentale Destabilisierung zur Folge haben können.

2.     Beim Vorliegen von gravierenden Instabilitäten im Bereich der Wirbelsäule z.B. durch eine Erkrankungen wie Rotationsinstabilität, degeneratives Wirbelgleiten, Skoliose ist dieses Verfahren nicht mehr möglich. Dann muss eine Instrumentation der Wirbelsäule mittels Schrauben eine erneute Stabilität erzielen. In diesen Fällen können auch weitergreifende Dekompressionsschritte wie die Laminektomie problemlos vorgenommen werden, da die Stabilität der Wirbelsäule durch die Implantate gewährleistet wird.