Wirbelkörperfraktur

Die Ursache einer Wirbelfraktur können direkte oder indirekte Gewalteinwirkungen auf die Wirbelsäule sein, ebenso können Wirbel durch pathologische Ursachen wie die Osteoporose oder eine Befall durch Tumore oder Metastasen  brechen. In der Folge wird nur auf die traumatische Wirbelsäulenfraktur eingegangen. Die einwirkende Kraft kann zur Fraktur aller oder einzelner Abschnitte des Wirbels führen, der Dornfortsatz, der Wirbelkörper, der Wirbelbogen und der Wirbelbogenansatz können einzeln und kombiniert brechen. In den meisten Fällen sind die Halswirbelsäule sowie die untere Brust- und die obere Lendenwirbelsäule, also der thorakolumbale Übergang, betroffen. Abhängig von dem Ausmaß der Fraktur kommt es zu einer Beteiligung des Spinalkanals mit verheerenden Folgen im Sinne von Teillähmungen und kompletten Querschnittlähmungen bei etwa 25 % der Verunfallten. Bei ca. 20 % der Fälle kommt des zu einem Bruch von mehr als einem Wirbel. Direkte Gewalteinwirkungen z.B. durch einen Sturz führen zur direkten Wirbelverletzung, so z.B. bei einem Sturz auf die Wirbelsäule, bei indirekte Gewalteinwirkungen werden die Wirbelkörper durch von außen einwirkenden Kräften verletzt.

Einteilung der Frakturen

Nach Magerl werden die Frakturen in drei Typen eingeteilt. Bei der A – Fraktur sind die hinteren Strukturen der Wirbelsäule intakt, unterschieden werden stabile A 1 – Frakturen bis zu sehr instabilen A 3 – Frakturen. Die intakten, hinteren Anteile der Wirbelsäule schützen vor Überstreckung.

Bei den B – Frakturen kommt es zu einem partiellen oder kompletten Verlust der Bandstabilität. Weiterhin besteht ein Stabilitätsverlust bei axialer Kompression. Seitliche Verschiebungen sind möglich, ebenso die direkte Bandscheibenschädigung.

Die C – Frakturen sind die gefährlichsten Wirbelfrakturen, da sie die höchste Instabilität aufweisen. Diese Frakturen weisen neben der Zerreißung der hinteren Bandstrukturen und des vorderen Wirbelkörperbruchs noch eine Rotationskomponente auf, die in Kombination mit den bei genannten anderen Instabilitäten die höchste Quote an Lähmungen in sich birgt. Häufig sind auch begleitende Verletzungen an anderen Körperorganen.

Diagnostik

1.   In der klinischen Diagnostik besteht ein heftiger Schmerz an der Stelle des Wirbelbruches. Teilweise lassen sich Hämatomverfärbungen nachweisen. Unabdingbar ist die neurologische Untersuchung, um evtl. Schäden der Rückenmarkes sowie deren Höhe einzuschätzen.

2.   In der Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule zeigen sich deutliche Hinweise auf eine Wirbelzerstörung, ebenso lassen sich Veränderungen der angrenzenden Strukturen nachweisen.

3.   Weiterführende Untersuchungsverfahren, die eine Schichtuntersuchung der Wirbelsäule gestatten, sind die Computertomographie (CT) und die Kernspintomographie (MRT). Die Computertomographie zeigt Einzelheiten der  erlittenen Fraktur, in der MRT – Untersuchung lassen sich auch die Beteiligung der Bandscheiben sowie des Rückenmarks sehr gut zur Abbildung bringt.

Konservative Therapie

Abhängig von der Art und der Stabilität der Wirbelsäulenfraktur erfolgt die Behandlung entweder konservativ oder operativ. Ziel der Behandlung ist die knöchern stabile Ausheilung des Bruches in möglichst optimaler Stellung unter Erhaltung der Rückenmarksfunktion. Insbesondere A – Frakturen können konservativ behandelt werden. Zur Frakturstabilisierung und Ausheilung in möglichst korrigierter Stellung werden Korsette eingesetzt, die bis zur Frakturheilung getragen werden müssen.

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