Spondylodiscitis

 

Eine Spondylodiscitis ist eine relativ seltene Erkrankung. Es kommt dabei zu einer Vereiterung  einer oder mehrerer Bandscheiben mit Beteiligung der angrenzenden Wirbel. Eine direkte Folge der Beteiligung des Knochens können Defektbildungen sein, die dann zusammen mit der immer eintretenden Bandscheibenzerstörung massive Deformierungen zur Folge haben können. Eine zweite Konsequenz  kann der Eintritt von Eiter in den Spinalkanal mit der direkten Folge einer Kompression der spinalen Strukturen mit der Entwicklung von Lähmungen oder gar einer Querschnittlähmung sein. Der infektiöse Prozess kann vor allem für ältere Menschen lebensbedrohend sein, da sie durch die damit verbundene heftige Schmerzsymptomatik zur Immobilisation führt. Man unterscheidet eine unspezifische  von der spezifischen Spondylodiscitis.

Unspezifische Spondylitis:

Als Entzündungsursache findet sich am häufigsten das Bakterium Staphylococcus aureus, jedoch auch andere Bakterien, u.a. ansonsten harmlose Hautbakterien können z.B. nach einer Bandscheibenoperation für die Entzündung verantwortlich sein. Als Ursache wird auch eine Streuung aus einem Primärherd unterschiedlicher Lokalisation diskutiert. Es bestehen starke Rückenschmerzen mit einer Verminderung der Wirbelsäulenbeweglichkeit, evtl. mit Schüttelfrost, in der Laboruntersuchung sind die Entzündungsparameter stark erhöht. Im Röntgenbild besteht eine Reduktion der Bandscheibenhöhe mit  einer Beteiligung der angrenzenden Grund- und Deckplatten.

Spezifische Spondylitis (Spondylitis tuberculosa):

Es handelt sich hierbei insbesondere in den Ländern der dritten Welt und durch den Zuzug von Angehörigen dieser Länder um die häufigste Form der Spondylitis. Ursache sind eine Streuung von einem Lungenprimärherd, es kommt zur Wirbelkörperzerstörung mit möglicher Abszessbildung im Spinalkanal. Es bestehen lokale Rückenschmerzen mit einer Verminderung der Wirbelsäulenbeweglichkeit, der Verlauf ist insgesamt nicht so schnell wie bei der unspezifischen Spondylitis, in den Laboruntersuchungen sind die Entzündungsparameter nicht wesentlich erhöht. Im Röntgenbild besteht eine Reduktion der Bandscheibenhöhe mit  einer Beteiligung der angrenzenden Grund- und Deckplatten. Möglich ist eine Befall mehrerer Abschnitte der Wirbelsäule.

 

Diagnostik

1.   In der klinischen Diagnostik beurteilt man die Funktion der Wirbelsäule und das Gangbild. Die neurologische Untersuchung ergibt in den meisten Fällen keinen pathologischen Befund. Eine massiv eingeschränkte Beweglichkeit mit Schmerzen und auch eine lokaler Druckschmerz weisen auf den Ort der Erkrankung hin. Unerlässlich ist die neurologische Untersuchung

2.   In der Röntgenuntersuchung der Wirbelsäule zeigen sich deutliche Hinweise auf eine Bandscheibenerniedrigung oder Zerstörung. Oft bestehen Zerstörungen der angrenzenden Grund- und Deckplatten. Weichteilabszessbildungen sind sichtbar.

3.   Weiterführende Untersuchungsverfahren, die eine Schichtuntersuchung der Wirbelsäule gestatten, sind die Computertomographie (CT) und die Kernspintomographie (MRT), wobei das letztgenannte Verfahren die Methode der Wahl ist, da es nicht nur den Knochen, sondern auch die Bandscheiben sowie die Nervenstrukturen sehr gut zur Abbildung bringt. Mit diesem Verfahren können  auch Abszessbildungen im Spinalkanal sowie evtl. Bedrängungen der neuralen Strukturen nachgewiesen werden.

Konservative Therapie

Das Ziel der konservativen Therapie sind die Verminderung von Rückenschmerz sowie die Ausheilung der Entzündung. Nach heutigem Verständnis kann sollte eine konservative Therapie mit langdauernder Korsett- und Antibiotikabehandlung nur durchgeführt werden, wenn keine massive Schmerzsymptomatik und keine erheblichen Zerstörungen im Knochen vorliegen. Unerlässlich sind die Kontrolle der Entzündungsparameter und regelmäßige Röntgenkontrollen, um eine frühzeitige Veränderung des Knochens rechtzeitig zu erkennen.

hier Infos über die operative Therapie von Entzündungen an der Wirbelsäule